Radverkehrskonzept SL-FL Auszug
Dass die Reaktivierung der seit 45 Jahren stillgelegten Bahnstrecke Flensburg - Niebüll mit dem neuen Landesnahverkehrsplan vom Land nicht mehr weiter verfolgt wird, ist richtig. Ich fordere aber auch konsequent, dass die Bahntrasse nicht mehr für den Bahnverkehr gesichert wird, sondern dass der Weg für den Radverkehr freigemacht wird.
Im Radverkehrskonzept des Kreises Schleswig-Flensburg ist bereits ein Radweg auf der alten Bahntrasse Flensburg - Niebüll als allererste hervorzuhebende Handlungsempfehlung mit besonderem Potential für den Radverkehr ausgewiesen und wird von den Gutachtern empfohlen. Der Radverkehr im Alltag gewinnt auch aufgrund der zunehmenden Pedelec- und E-Bike-Nutzung für die Pendelverkehre an Bedeutung und die Trasse bietet sich dafür ideal an und hätte zudem auch einen Mehrwert für die touristische Infrastruktur. Der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse Süderbrarup - Schleswig ist bestes Beispiel. Ich setze mich nachdrücklich für einen Radweg auf der Strecke mit den besonders potentialträchtigen Zielorten Handewitt, Schafflund, Leck sowie allen anderen angebundenen Zielorten ein. Dafür muss jetzt auch der Weg für eine eisenbahnrechtliche Entwidmung der Strecke freigemacht werden, damit auf der Trasse ein Radweg ermöglicht wird.
Die örtlichen Gegebenheiten sind ebenso wie die überregionalen Interessen zu berücksichtigen. Es liegt nicht nur an dem politischen Widerstand vor Ort, dass das Land jetzt auch keine weiteren Planungen zur Bahnstreckenreaktivierung anstrebt. Investitionskosten für einen Bahnstreckenbau von wohl inzwischen an die 90 Mio. € stünden nicht im Verhältnis und das regionale Bus-ÖPNV-Angebot würde umfassend geändert werden müssen; Buslinien und Schülerbeförderung in der Region würden deutliche Einschnitte erfahren. Die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und die Stadt Flensburg haben in ihrem gemeinsamen regionalen Nahverkehrsplan die Bahnstreckenreaktivierung entsprechend auch nicht befürwortet.

Empfehlen Sie uns!