Mit dem Innen- und Rechtsausschuss des Landtages konnte ich mir ein klares Bild verschaffen, wie in Finnland auf die russische Bedrohungslage reagiert wird. Das gesellschaftliche Verständnis ist in Finnland vollkommen klar: Auf die Bedrohung aus Russland als unmittelbaren Nachbarn muss man gut vorbereitet sein. Die Verteidigungsbereitschaft der Bevölkerung ist mit 78% hoch; russische Propaganda hat in Finnland keinen Nährboden. Parteiübergreifend hat die Sicherheit Priorität, was sich auch an der NATO-Verpflichtung zu den Verteidigungsausgaben mit 2,5% Anteil am BIP oder der konsequenten Grenzschließung trotz bisher enger grenznaher Verflechtungen deutlich zeigt. Nicht nur die militärische Gefahr geht von Russland aus; regelmäßig ist Finnland auch von Sabotage und Spionage betroffen, z.B. durch die russische Schattenflotte und die Zerstörung von Seekabeln. Der Handel findet zu 95% über die Ostsee statt, wodurch Finnland eine wirtschaftliche Insellage hat. Die Instrumente der finnischen Resilienz fokussieren sich klar auf europäisches Netzwerk, internationale Verträge, Vorbereitungen zur Energieversorgung, digitale Infrastruktur, Bunkeranlagen, Vorratsanlage von Nahrungsmitteln und Trinkwasser, Lieferketten und Industrieproduktion.
Im Mittelpunkt der Delegationsreise standen Gespräche zu Sicherheit, Bevölkerungsschutz, Krisenvorsorge, Cybersicherheit und Verteidigung. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche der Deutschen Botschaft, des finnischen Sicherheitskomitee, der nationalen Agentur für Notfallversorgung, mehrerer Ministerien, des Cybersicherheitszentrum, Nokia sowie der Besuch einer Zivilschutzanlage. Finnland zeigt eindrucksvoll, wie staatliche Institutionen, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam für Krisenfestigkeit und Sicherheit sorgen. Von den Kontakten, Eindrücken und Informationen werden wir profitieren.

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